Yenifer Chacon wurde in einer kleinen Stadt in Kolumbien geboren, wo sie ihre Kindheit in engem Kontakt mit der Natur und einer traditionellen Familie verbrachte. Schon als Teenager fiel sie durch ihre besondere Ausstrahlung und ihre ungewöhnlich großen, ausdrucksstarken Augen auf. Ihre Mutter, eine ehemalige Textilarbeiterin, unterstützte sie früh dabei, erste lokale Fotoshootings zu absolvieren – ein Schritt, der den Grundstein für ihre spätere Karriere legte. In der Schule war Yenifer eher still, aber ihre Lehrer erinnern sich an ihre Beharrlichkeit, wenn es um kreative Projekte ging.
Mit siebzehn Jahren nahm Yenifer an einem regionalen Modelcontest teil, den sie überraschend gewann. Der Preis war ein einfaches Portfolio-Shooting in der Hauptstadt Bogotá – und genau dieses Shooting landete in den Händen einer Scoutin einer internationalen Modelagentur. Die Agentin erkannte sofort Yenifers Potenzial für internationale Kampagnen, insbesondere für Beauty- und Hairstyling-Marken, die außergewöhnliche Gesichtszüge suchen. Innerhalb weniger Monate unterschrieb Yenifer ihren ersten Vertrag und zog nach Mailand, um dort ihre Karriere professionell voranzutreiben.
Ihr erster großer internationaler Auftrag war eine Kampagne für eine bekannte Kosmetikmarke, die in mehreren europäischen Modezeitschriften erschien. Besonders gefragt war Yenifer für High-Fashion-Editorials, da sie sowohl vor der Kamera eine natürliche Eleganz ausstrahlt als auch auf dem Laufsteg eine bemerkenswerte Präsenz zeigt. Innerhalb von zwei Jahren arbeitete sie mit Fotografen aus Paris, New York und Tokio zusammen. Dabei legte sie stets Wert darauf, ihre kolumbianischen Wurzeln durch kleine Accessoires oder traditionelle Stoffe in ihren Shootings zu thematisieren.
Der Umzug nach Europa war für Yenifer nicht einfach: Sprachbarrieren, Heimweh und der Druck der Modebranche forderten sie heraus. Sie lernte innerhalb eines Jahres fließend Italienisch und Englisch, indem sie jede freie Minute in Sprachkurse und Austausch mit Kollegen investierte. In Interviews betont sie, dass diese Phase sie disziplinierter und selbstbewusster gemacht habe. Ihre Familie blieb ihr wichtigster Rückhalt – regelmäßige Videoanrufe und ein- bis zweimalige Besuche pro Jahr in Kolumbien halfen ihr, die Verbindung zur Heimat nicht zu verlieren.
Heute lebt Yenifer abwechselnd in Mailand und Barcelona, arbeitet aber auch vermehrt mit südamerikanischen Designern zusammen, um die Mode aus ihrer Heimatregion international sichtbarer zu machen. Neben Modeljobs hat sie eine kleine Kollektion mit handgewebten Taschen aus kolumbianischer Wolle entworfen, die über eine nachhaltige Online-Plattform vertrieben wird. Sie plant, in den nächsten Jahren einen Teil ihrer Zeit in Kolumbien zu verbringen, um junge Models dort zu coachen und mit lokalen Kunsthandwerkern Kooperationen aufzubauen.